Nachdem ich beim RIoTboard die Reset-Taste korrekt eingelötet habe (siehe vorhergehender Blog), kann ich das RIoTboard in sein Gehäuse einbauen und mich um die Linux-Installation kümmern.

 

RIoTboard wird mit vorinstalliertem Android Betriebssystem ausgeliefert. Um meine IoT Komponenten und Tools (Mosquitto, Docker, etc.) installieren zu können, möchte ich zunächst ein abgespecktes Linux installieren. Auf element14 gibt es hervorragende Anleitungen um dies zu tun. Leider wurden einige der referenzierten Binaries und Dokumente auf Dropbox abgelegt und sind heute schon nicht mehr auffindbar.

 

Vor dem Bootvorgang von SDCard oder uSD müssen entsprechende dip-Schalter eingestellt werden (siehe Anleitung).


Bei der Installation des RIoTboard empfiehlt es sich die serielle Schnittstelle anzuschließen und den Bootvorgang im Terminal zu beobachten (die HDMI-Schnitstelle verursacht häufig schon erste Probleme):

 

serial.png

 

Es gibt drei vorgeschlagene Varianten zur Linux-Installation auf dem RIotboard:

  • Auf e14 gibt es eine hervorragende Anleitung zur Erstellung eines minimalen Debian Images. Ich bin dieser Anleitung (siehe Resources) gefolgt und habe einiges über die drei Komponenten eines Linux Images dazu gelernt: u-boot Bootloader, Kernel und rootfs. Leider konnte ich damit das RIoTboard nicht erfolgreich booten. Der Bootvorgang wurde mit der Meldung "Board: i.MX6DL/Solo-SABRESD: unknown-board Board: 0x61012 [POR ]" abgebrochen.
  • Die Yocto Linux Installation funktioniert. Dieses Linux ist jedoch nicht mit gängigen Distributionen wie z.B. Rasbian vergleichbar. Das Projekt liefert Tools um für eigene Projekte selbst eine maßgeschneiderte Linuxdistribution zusammenzustellen. Nach dem Bootvorgang können dann keine weiteren Packete installiert werden. Ein durchaus interessanter Ansatz. Leider war das ganze auf dem RIoTboard etwas instabiel. Sobald ein Fehler auftrat, hat das System einfach durch gestartet. Mit der Zeit nervt das gewaltig.
  • Die Installation des auf e14 erhältlichen Ubuntu Images hat leider auch nicht funktioniert. Der Bootvorgang wurde ebenfalls mit der Meldung "Board: i.MX6DL/Solo-SABRESD: unknown-board Board: 0x61012 [POR ] abgebrochen.

 

Mit folgendem Trick kann man während des Bootvorgang den HDMI - Ausgang aktivieren:

setenv bootargs console=ttymxc1,115200 init=/init nosmp video=mxcfb0:dev=hdmi,1280x720M@
60,bpp=32 video=mxcfb1:off fbmem=10M vmalloc=400M androidboot.console=ttymxc1 androidboot.hardware=freescale

saveenv




 

Ich muss sagen ich fühle mich wieder in die 90er Jahre zurückversetzt. Eine derart hackelige Linux-Installation habe ich seitdem nicht mehr erlebt.

 

Die meisten Probleme sind mit hilfreichen Lösungsansätzen auf element14 dokumentiert. Ich habe langsam den Eindruck, dass ich mit diesen Problemen nicht alleine bin und neben mir noch einige andere versuchen, diese Tal der Tränen zu Durchschreiten.

 

Nachdem ich mehr als einen ganzen Tag an der Installation gearbeitet hatte, war es mir immer noch nicht gelungen das RIoTboard in einen funktionsfähigen Zustand zu versetzen. Zum Vergleich dauert eine Neu-Installation auf dem Raspberry Pi, Banana Pi, Beaglebone Black etwa 30 Minuten. Damit muss ich das RIotBoard erst mal wieder auf Eis legen. Ich hoffe, dass bald ein auf dem RioTboard funktionierendes Ubuntu oder Debian Image released wird bzw. eine funktionierende Anleitung zum Erstellen des selben erscheint.

 

RIotboard und Gehäuse:

 

Resources

 

Ich melde mich bald wieder mit Informationen über die anderen Single-Board Computer.

 

Viel Spass und bis dann

Mark